Mit der Sofi nach Taveuni

Nachdem die Fähre MV Suilven von Blighwater Shipping Office am Vortag abgesagt worden war (diese Linie fährt nur Montags und Freitags, aktuell findet man auf der Website Dienstag und Freitag), erwischten wir am Dienstag die Fähre MV Sofi (Spirit of Fiji Islands) von Consort Shipping Line LTD, der Konkurrenz. Preislich gab es zwischen den Fähren keinen Unterschied (68 FJD, 27 EUR) und sonst unterschieden sie sich auch nur durch 2 Stunden Reisedauer (17 bzw. 19 Stunden). Das dachten wir zumindest, doch der versprochene „Luxus“ blieb aus.

Henry von der Bamboo Lodge hatte uns darauf hingewiesen Pullis im Handgepäck mitzunehmen, denn bei der Klimaanlage käme man schnell ins frieren – welche Klimaanlage? Außerdem soll es als Tourist auch einfach sein, sich in die erste Klasse zu schleichen – welche erste Klasse bitte?

Nachdem wir nicht so ganz wussten, welches nun die besten Plätze für die 19 stündige Fahrt sein würden, die halbwegs gepolsterten Sitze in der stinkigen Kabine, oder die harten Holzbänke an der frischen Luft, reservierten wir prompt beides – die Fähren sind sowieso nie ausgebucht.

Die Sitze an Deck wurden um Stunde zu Stunde unbequemer, und das obwohl das Schiff noch nicht einmal abgelegt hatte – gleich zu Beginn eine Verspätung von ein paar Stunden, das kann ja was werden. Marina, eine der drei Deutschen mit denen wir auf dem Weg waren, wollte sich ihr Buch aus der Kabine holen, ganz entsetzt kam sie zurück – „Da ist ein Sarg im Raum.“ „Ja, ein Sarg mit wahrscheinlich einem Toten, ja mitten im Raum steht der da, schön dekoriert.“ Wir konnten es kaum glauben und einer nach dem anderen ging „unauffällig“ hinein, um sich davon zu überzeugen. Gut, die Nacht würden wir wohl an Deck verbringen, mit einem Sarg und den ebenfalls entdeckten Kakerlaken lässt es sich schlecht in einer stickigen Kabine schlafen.
Doch auch das Deck zeigte sich von seiner unangenehmen Seite – es begann aus Eimern zu regnen, selbst die Regenplanen konnten da nicht mehr helfen und bald war alles unter Wasser. So verlegten wir unsere Nachtstätte doch hinein.

Der Raum hatte auf Grund fehlender Fenster und bereits verstopfter Toiletten gleich nebenan schon einen intensiven Geruch angenommen. Der Sarg im selben Raum und die vielen kleinen Kakerlaken, die regelmäßig über die Füße und sonst wo liefen, trugen ihren Teil zu unserer entspannten Nacht bei.

 

Früh am nächsten Morgen verlegten wir unseren Aufenthaltsort wieder an die frische Luft und warteten geduldig bis wir endlich auf Taveuni ankamen.

Ankunft auf Taveuni

Am Hafen wurden wir bereits erwartet und ein freundlicher Fidschianer, der momentan in Neuseeland lebt und selbst gerade zu Besuch ist, brachte uns zum anderen Ende der Insel, wo wir mit einem Schnellboot auf die Insel Qamea gebracht werden sollten.

Die Datumsgrenze

Unterwegs stoppten wir bei der International Date Line – der offiziellen Datumsgrenze. Theoretisch war es auf der einen Seite der Linie der 11. Mai, auf der anderen Seite der 12. Mai.

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Der Foodcourt

Einen weiteren Stopp gab es für uns beim Foodcourt. Hungrig stürzten wir uns auf die einzige vorhandene Mahlzeit – Hühnchenbeine und Pommes.

Fahrt nach Qamea – Maqai Beach

Am anderen Ende von Taveuni wartete schließlich ein kleines Schnellboot auf uns. Unser Gepäck wurde aufgeladen, es wurde noch fachmännisch getankt und schon ging es los. Kurz vor Qamea gab es einen für uns unerwarteten Stopp, auf dem Meer mussten wir Boot wechseln. In Schritttempo ging es nun Richtung Maqai Beach, bald wurde es Ebbe und so war das Riff nur wenige Zentimeter unter dem kleinen Boot entfernt.

Maqai Beach

Die Verzögerung war uns egal, wir saßen alle nur glücklich und froh im Boot und schauten grinsend unserer Heimat für die nächsten Tage entgegen. Alles was wir sehen konnten waren ein paar schlichte Strohhütten, glasklares Wasser, ein kleiner Sandstrand, kaum Leute und der Rest der Insel voller Palmen und Regenwald. Wir waren angekommen im Paradies – dem Maqai Beach Eco Resort.

2 Antworten zu “Auf dem Weg ins Paradies”

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