In Hawaii (ausgenommen Oahu) gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel. Das Bussystem TheBus auf Oahu funktioniert wunderbar, auf der Big Island jedoch leider nicht. Hier gibt es zwar Busse, die sogar gratis sind, diese fahren allerdings nur ein paar mal täglich und nur wenige Ziele an. Als Tourist hat man somit keine andere Wahl als ein Auto zu mieten.
Ein Auto hatten wir noch keines reserviert, da wir es anfangs trotzdem mit den Bussen versuchen wollten. Schlussendlich mussten aber auch wir einsehen, dass die Busse nicht wirklich zum Sightseeing geeignet sind. Wir hatten auch erzählt bekommen, dass es relativ leicht sei andere Backpacker in Hilo zu treffen, die aller Wahrscheinlichkeit ein Auto gemietet hätten und sicher froh sind die Kosten zu teilen. Als wir in Hilo ankamen war jedoch tote Hose, und die einzigen drei anderen Backpacker, die wir trafen, waren in einem winzigen Jeep unterwegs und hatten somit keinen Platz mehr für uns.
Mit viel Glück fanden wir dann noch recht kurzfristig ein relativ günstiges Mietauto bei Enterprise.

Auf Oahu war unser ursprünglicher Plan ein Auto zu mieten und größtenteils in diesem zu reisen und zu schlafen. Bei unserer Ankunft in Hawaii mussten wir leider feststellen, dass dies nicht so einfach war, wie wir gedacht hatten. Im Auto schlafen ist in Hawaii absolut verboten, und vor allem auf der Insel Oahu wird von der Polizei (laut diversen Geschichten, Internetforen und -blogs) sehr genau kontrolliert. Es wird deshalb so streng kontrolliert, da anscheinend viele Obdachlose Amerikaner von dem Festland ein One-Way Flugticket nach Hawaii geschenkt bekommen. Diese sind froh ins immer warme Hawaii zu kommen und das Festland ist froh sie los zu sein. Diese Obdachlosen schlafen nicht nur in den Straßen sondern nisten sich auch in Autos ein.

Auf der Big Island, sollte das aber ein bisschen weniger streng von statten gehen, da sich die wenigsten Obdachlosen ein Flugticket auf diese Insel leisten können.
Nun gut, unser einwöchiger Roadtrip sollte also beginnen und unsere erste Nacht im Auto folgte.

Rundfahrt durch das Puna District

Von unserem Hostel, dem Hilo Backpackers, hatten wir uns vorsichtshalber ein Zelt ausgeliehen. Nachdem im Auto schlafen selbst auf Campingplätzen nicht erlaubt sei, wollten wir zumindest Alibi halber ein Zelt dabei haben. Außerdem kauften wir uns bei Walmart noch einen warmen Schlafsack für 20 USD, denn die Nächte auf den höher gelegenen Campingplätzen würden doch recht kalt werden.

Ohne Nachzudenken waren wir Schlaumeier nur mit Handgepäck auf die Insel gekommen, im Gepäck waren ein paar T-Shirts und kurze Hosen. Nur FlipFlops, keine lange Hose, kein Pullover – nichts. Nun gut, die Vulkantour war sowieso gestorben und auf den schneebedeckten Gipfel des Mauna Loa konnten wir mit unserem Mietauto ziemlich sicher eh nicht rauf, denn nur 4WD würden es dort rauf schaffen – die waren uns aber definitiv zu teuer!

Lava Tree State Monument

Das erste Ziel unseres Roadtrips war der Lava Tree State Park im Puna District. Fast hätten wir im Dickicht der Ohia Bäume die Einfahrt verpasst, doch der super CoPilot Steffi hat aufgepasst.
Im Jahr 1790 strömte hier Lava durch den Ohia Wald, wobei die Bäume von Lava umhüllt wurden und durch die Hitze verbrannten. Übrig blieben beeindruckende Lavasäulen. Nach dem 1km langem Rundweg ging unsere Fahrt weiter.

Kapoho Tide Pools

Am Highway 137 entlang ging es weiter, vorbei an einigen Beach Parks. Biegt man bei den Kapoho Vacationland Subdivisons ab und fährt bis zum Ende, findet man einen öffentlichen Zugang zu den riesigen Tide Pools. Diese geschützten Pools sind einer der wenigen Plätze im Südosten der Insel, wo man schwimmen und super schnorcheln kann. Das Wasser war uns jedoch viel zu kalt, so schauten wir kurz den Einheimischen zu und weiter ging die Fahrt.

Ein Lavaflow nach dem Anderem

Die Fahrt durch diesen Teil der Insel war recht beeindruckend. Angefangen mit dem Baum Tunnel in der Nähe des Lava Tree State Monument, über die wilde Steilküste bis zu den Lavafeldern, durch welche die Straße führt. Gelegentlich waren neben der Straße Schilder mit Jahreszahlen aufgestellt, so wussten wir immer von welchem Jahr der Lavafluss stammte.

Ahalanui Beach Park (Pualaa County Park)

Unser nächster Stop war der Ahalanui Beach Park. Hier wird ein Becken mit einer Mauer vom tobendem Meer getrennt, über einen kleinen Kanal kommt ständig frisches Meerwasser in den Pool.

MacKenzie State Park

Der MacKenzie State Park ist nicht fürs Schwimmen bekannt, denn das kann hier schnell tödlich enden. Man kommt hierher um zu fischen, zu picknicken oder zu campen. Wir stoppten um uns die 30-40 Meter hohen Klippen anzuschauen, und wie das Meer hier meterhoch in die Luft peitscht.

Kalapana und der Kaimu Beach

Schließlich waren wir am Ende des Highways 137 angelangt. Früher gab es hier den berühmten und am meist fotografiertesten schwarzen Sandstrand der Welt – Kaimu Beach Park – heute existiert er nicht mehr, er wurde 1990 beim Ausbruch des Kilauea von Lava verschüttet. Nicht nur der Strand ist hier verschüttet, auch eine Hauptstraße, die an der Küste entlang führte fiel der Lava zum Opfer und bereits mehr als 150 Häuser.
Der ganze Ostzipfel der Insel steht unter dauernder Gefahr der Lava zum Opfer zu fallen, doch wie uns der Angestellte im Hostel erklärte sind nicht diejenigen die Armen, deren Häuser von der Lava überrollt wurden, sondern diejenigen deren Häuser verschont wurden, jedoch mitten im Lavastrom stehen – sie erhalten kein Geld von der Versicherung, denn ihr Haus steht ja noch. Das es nicht mehr erreichbar ist, ist der Versicherung egal.

Ein kleiner Weg führt heute über die versteinerte Lava hinunter zum Meer, wo sich früher einmal der Kaimu Beach befand. Durch die brüchigen Lavasteine und das wilde Meer entsteht bereits ein neuer Sandstrand, Einheimische haben auch schon fleissig Kokosnusspalmen angepflanz, damit der neue Strand ebenso schön wird wie der Alte.

Volcano Nationalpark

Über den Highway 130 ging es schließlich wieder zurück zum Haupt-Highway. Von dort fuhren wir bereits diesen Abend in den Volcano Nationalpark, so blieb uns am nächsten Tag mehr Zeit den Nationalpark zu erkunden und außerdem gibt es dort einen gratis Campingplatz. :)

6 Antworten zu “Der Roadtrip startet in Hilo”

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