Am 19. Mai 2016 startete unsere Panamericana Reise mit unserem Flug nach Halifax in Kanada. Steffi nahm den Flieger in München, Daniel startete von Berlin aus. Und obwohl wir uns fest vorgenommen hatten, diesmal alles besser zu planen, als beim Start unserer Weltreise 2010, war es diesmal doch wieder dasselbe. Gepackt wurde auf den letzten Drücker. Steffi hatte zumindest ein paar Stunden Schlaf, Daniel hatte durchgemacht. Bei dem ein oder anderen wissen wir jetzt schon, dass wir vergessen haben – egal: Hauptsache Pass und Kreditkarten sind dabei. :)

Flug nach Halifax

In Frankfurt kamen wir fast gleichzeitig an und gemeinsam ging es weiter Richtung Gate. Die 7 Stunden Flugzeit vergingen tatsächlich wie im Flug, aber wahrscheinlich weil wir 90% der Zeit verschlafen haben? :)

Einmal wurden wir vom Steward zum Essen geweckt, doch zu unserer Überraschung nicht zum normalen Essen – nein, wir kamen in den Luxus eines Premium Menüs. Vielen Dank an dieser Stelle an Condor, schade dass es mit dem Upgrade nicht geklappt hat. :)

Und gerade als wir rätselten was die weißen Punkte unter uns im Wasser waren kam die Durchsage vom Pilot man könnte ab nun Eisberge und Eisschollen im Meer unter uns entdecken. Und nicht weit von unserem aktuellen Standort läge die Titanic begraben, dessen Schicksal durch den gleichnamigen Film wohl jeder kennt.

Kanada

Kanada selbst war uns von Anfang an sympathisch – nur ein paar kurzen Fragen zur Route und Dauer unseres Trips und wir hatten den Stempel im Pass und durften einreisen. Noch einmal schlug der Puls kurz etwas höher, als immer weniger Menschen am Gepäckterminal waren und Steffis Rucksack immer noch nicht da war. Ganz so geheuer war ihr der Self Check In in München dann doch nicht, obwohl dieser doch eigentlich relativ idiotensicher ist. ;)

Doch auch Steffis Backpack kam irgendwann am Gepäckband angefahren und weiter ging es. Da standen wir nun im Flughafen Bereich und rätselten wie wir nun zu unserer Airbnb Unterkunft kommen würden. Kurz hatten wir schon einmal recherchiert und wussten dass es einen Bus geben würde, doch das war auch schon alles. Durch gratis Wlan am Flughafen und die nette Auskunft am Schalter waren wir schnell schlauer und auf dem Weg zur Bushaltestelle von Bus Nr. 320. Ausgestattet mit der Offline Google Maps Karte für Halifax.
Eine super Alternative zu Google Maps ist außerdem die kostenlose App Maps.Me. Dies funktioniert komplett offline und bietet auch eine gute Straßen Navigation an. Die gewünschten Länder können einfach komplett heruntergeladen werden.

Bei der Airport Security legten wir noch kurz einen Stop ein, dort konnten wir unsere frisch abgehobenen Geldscheine in Kleingeld wechseln – Busse müssen passend bezahlt werden. In diesem Fall 3,50 $ pro Person für die Strecke ins City Center. Alles in Allem wirklich einfach, mit Google Maps beobachteten wir unseren Spot auf der Map und kamen so auf der kürzesten Strecke zu unserer Unterkunft. Wie einfach das Reisen mit einem Smartphone nur geworden ist! In diesem Fall wirklich super praktisch, doch wollen wir das Handy auf der Reise auch öfter mal zur Seite zur legen und ohne zurecht kommen. :)

Warten in Halifax

Ursprünglich war der Plan eine Woche vor unserem Auto in Halifax anzukommen, doch schnell stellte sich heraus, dass unser Schiff verspätet ankommen würde. So wurden daraus 2 Wochen (wer hätte gedacht, dass wir ein wenig später wieder zurück in Halifax sind, aber mehr dazu im nächsten Beitrag). Die längere Wartezeit war uns eigentlich ganz recht, hatten wir doch beruflich noch ein paar Dinge zu erledigen und abzuschließen.

In unserer Airbnb Unterkunft konnten wir ohne Probleme spontan verlängern, dort fühlten wir uns richtig wohl, und die Lage in der Maynard Street war perfekt um Halifax zu Fuß zu erkunden.

Halifax ist auf den ersten Blick keine wirklich schöne Stadt, graue Wolkenkratzer ragen in den grauen Himmel und an unseren ersten 10 Tagen hier hatten wir insgesamt 2,5 Tage Sonnenschein. Doch sobald die Sonne einmal da ist, strahlen die bunten Häuschen in den Wohngegenden um die Wette und die Waterfront lädt zum Zeit verbringen ein. In den kleinen Gässchen rund um unser „zuhause“ finden sich unzählige kleine Cafes mit Köstlichkeiten und laut unserem Airbnb Gastgeber sprießen auch die angesagten Micro Breweries aus dem Boden.

Am ersten Tag zog es uns gleich mal nach Downtown und an die Waterfront, wir spazierten dort stundenlang auf und ab und belohnten uns anschließend mit Fish’n’Chips und lokalem Bier.

Auch das Halifax Shopping Center lernen wir gleich zu Beginn kennen, denn jemand von uns kam ganz ohne Socken nach Kanada angereist. Beim Packen meinte Daniel irgendwie:  „die sind ja eh alle schon im Auto“ – nur war dieses zu dem Zeitpunkt immer noch ein paar Tage lang in Europa und wartete in Antwerpen darauf bei der Jungfernfahrt der Atlantic Sail dabei zu sein.

Auch durch die Lebensmittelläden schlenderten wir stundenlang. Essen gehen ist nun nicht mehr drinnen und jetzt heißt es wieder selbst versorgen. Wirklich günstig ist das leider auch nicht, doch auf die teuren Lebensmittelpreise waren wir schon eingestellt. Produkte in kleinen Mengen zu bekommen ist schwierig, die Standard Packung der Milch sind zwei oder vier Liter, Margarine und Butter gibts in handlichen 750g Packungen und z.B. Duschgel, Shampoo oder Zahnpasta gibts auch nur in großen Ausgaben.

Eine Alternative zum Shoppen in den großen Supermarktketten bietet der Halifax Farmers Market, auf welchem fast ausschließlich lokale Produkte angeboten werden.

Die Atlantic Sail ist da

Fünf Tage später als erwartet war es endlich soweit und die Atlantic Sail steuerte den Hafen von Halifax an. Den ursprünglichen Plan das Schiff von der MacDonald Bridge zu beobachten mussten wir schnell wieder verwerfen, da diese aufgrund von Bauarbeiten 18 Monate lang für Fußgänger gesperrt ist. Also spazierten wir runter zur Waterfront – eigentlich mit dem Plan uns irgendwo gemütlich auf eine Bank zu setzen, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wie gut dass wir ziemlich pünktlich am Ufer ankamen und nicht zu lange bei Regen und Wind ausharren mussten. Wir beobachteten wie die Atlantic Sail ziemlich zügig bei uns vorbei fuhr, winkten Motomoto, schossen ein paar Fotos und schon war das Spektakel vorbei. Nun mussten wir wieder warten, denn am Wochenende arbeitet der Zoll nicht.

Am Dienstag darauf war es endlich soweit und der Tag der Tage war gekommen. Ausgerüstet mit den wichtigen Dokumenten für die Abholung starteten wir zur Spedition. Schnell kamen wir dran, mussten ein paar Fragen zu unserem Aufenthalt beantworten, die 150$ Speditionsgebühren bezahlen und fertig waren wir mit weiteren Papieren für den Zoll. Vom Betreten des Büros bis zum Verlassen hatte es gerade mal 15 Minuten gedauert. Zu Fuß ging es weiter zum Zoll – dort staunten wir nicht schlecht, obwohl wir eigentlich sehr pünktlich dran gewesen waren, waren bereits einige andere vor uns dran.

Irgendwann waren auch wir an der Reihe, beantworteten brav alle Fragen, und bekamen das Go und die benötigten Dokumente zurück. Als nächstes mussten wir also weiter zum Fairview Cove Container Terminal. Viele der anderen warteten auf der Straße bereits auf ein Taxi, wir gingen weiter in die Barrington Street und warteten auf Bus Nr. 9 – dieser bringt einen mehr oder weniger bis zum Fairview Cove Container Terminal. Dort irrten wir allerdings kurz herum und suchten den Eingang um unser Auto abholen zu können, wie gut dass wir ein uns bekanntes Wohnmobil erblickten – es waren zwei Deutsche die ihr Auto gleichzeitig mit uns in Hamburg abgegeben hatten. Die Beiden waren bereits fertig und zeigten uns den Weg. Also rein ins kleine Bürohäuschen, kurz unser Anliegen schildern, die Warnwesten aus dem Rucksack kramen und schon wurden wir zur letzten Station chauffiert. Ein kleines Büro im Hafengelände, wo wir uns in die Reihe der anderen Wartenden gesellten, und schlussendlich unser Auto in Empfang nehmen konnten. Außerhalb des Hafengeländes wurden erst einmal wieder die Kennzeichen montiert und los ging es zu unserer Airbnb Unterkunft, um unser restliches Hab und Gut abzuholen.

War das ein tolles Gefühl endlich auf kanadischem Boden mit unserem eigenen Auto zu cruisen!

 

Fast Facts:

  • Bus Nr. 320 führt vom Flughafen ins City Center – Kosten 3,50$
  • Bus Nr. 9 fährt an der Barrington Street (Ecke Sackville Street) Northbound zum Fairview Cove Container Terminal – Kosten 2,50$

ToDo’s in Halifax:

  • Spaziergang an der Waterfront (Historic Properties)
  • Besuch des Clock Tower und der Zitadelle mit Blick auf Halifax
  • Maritime Museum of the Atlantic
  • Farmers Market
  • Johns Lunch in Dartmouth
  • tolles Café: The Nook on Gottingen
  • Beertasting  in der Garrison Brewing Company

ToDo’s, wenn man in Halifax länger fest sitzt:

  • Halifax Public Gardens
  • Halifax Central Library – im obersten Stock befindet sich ein nettes Café mit Ausblick auf die Skyline von Halifax
  • mit der Fähre nach Dartmouth und wieder zurück fahren. Mit Glück passt das Wetter und man hat einen Ausblick auf die Skyline – Kosten 2,50$ (Ticket ist 2 Stunden gültig). Der Sonnenuntergang soll von Dartmouth übrigens
  • Point Pleasant Park
  • Fairview Lawn Cemetery – einige Opfer des Titanic Unglücks sind hier begraben

6 Antworten zu “Halifax in Nova Scotia”

  1. Hallo Ihr Zwei

    Cool euch zusammen mit Eurem Troopy in Kanada zu sehen. Bin schon gespannt auf die Weiterreise. Werde auf jeden Fall regelmässig bei euch auf dem Blog vorbeischauen. Wünsch Euch eine gute Reise – wenn es dann weitergeht – und ganz viel Glück bei der Reparatur.

    Liebe Grüsse,
    Reni

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