Bei Monika und Gary von Turtle Expedition

Nachdem wir endlich mit unserer neuen Heckstoßstange ausgestattet sind, wollten wir Grass Valley zügig verlassen. Die Gegend ist zwar wunderschön und es gäbe noch viel zu entdecken, doch in drei Tagen ist Weihnachten und dafür wollen wir uns einen schönen Stellplatz suchen.

Im Baumarkt werden wir allerdings von Monika angesprochen, die auf dem Parkplatz unser Auto entdeckt hat. Sie ist Schweizerin, ihr Mann Gary Amerikaner und gemeinsam sind sie bereits seit Jahren als „Turtle Expedition“ unterwegs. Schon seit den 80er Jahren reisen die Beiden gemeinsam, ob mit Backpack oder einem ihrer Expeditionsfahrzeuge, vom dichten Amazonasdschungel zu den gefrohrenen Steppen Sibiriens. Monika lädt uns spontan ein doch bei Ihnen zu übernachten und Overlander Geschichten auszutauschen.

Mit ihrem aktuellen Fahrzeug Turtle V, einem speziellen Ford F550 mit Kabine, wollen sie kommendes Jahr Südamerika bereisen. Ein sehr beeindruckendes Farhzeug. 7,3 Liter V8 Hemi Motor. Der Motor ist von Ford gesponsort, es handelt sich um den 1 Millionsten Motor dieser Serie! Als Pickup war dieses Fahrzeug ursprünglich hinten mit 4 Reifen ausgestatten. Die Achse wurde aber angepasst und nun fährt der Ford vorne und hinten auf jeweils 2 riesigen Militär-Michelin Reifen. Gesamtgewicht rund 7 Tonnen.

Den Abend verbringen wir bei den Beiden zuhause, werden bekocht, und dürfen in der Einfahrt übernachten. Den ganzen Abend wir gequatscht und wir lauschen ihren spannenden Geschichten. Tags darauf werden Landkarten rausgeholt, und vor allem für Mexiko, wo die Beiden bereits insgesamt 9 Jahre verbracht haben, erhalten wir viele wertvolle Tipps. Zum Abschied bekommen wir noch ein kleines Weihnachtsgeschenk, so lieb!

Nach dieser schönen Begegnung geht es für uns nun weiter Richtung Lake Tahoe, mit einem kleinen Umweg über Reno, denn Daniels nagelneues Macbook macht Probleme, und dort gibt es den nächsten Apple Store. Spät ist es bereits geworden und so gibt es für uns seit langer Zeit mal wieder Walmart Camping und wenn wir schon mal in der Stadt sind, erledigen wir auch gleich den wieder fälligen Ölwechsel.

Wir fahren weiter über den schneebedeckten Mt. Rose Pass. In den Bergen herrscht heute und die nächsten Tage ein starker Schneesturm, Zentimeter dicker Neuschnee bedeckt die Straßen, einige sind gesperrt, oder es herrscht Schneeketten Pflicht. Allradfahrzeuge mit M+S Reifen dürfen auch ohne fahren. Unsere Offroad Reifen haben zum Glück diese M+S Kennzeichnung, ihre Schneetauglichkeit sei aber dahingestellt. :)

RenoWeihnachtsdeko im Auto kurzes Weihnachtsfoto im Schneesturm

Über den Mt. Rose Pass zum Lake Tahoe

Langsam geht es den Pass hinauf und hinunter, die Straße an sich ist einfach umwerfend und als hinter einer Kurve plötzlich der Lake Tahoe in der Sonne glitzernd vor uns auftaucht kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Fotos mit Gegenlicht können das alles einfach nicht wiedergeben.

Auf der Höhe und bei dieser Kälte ist auch wieder das leidige Stottern unseres Autos zurück. Bei niedriger Drehzahl spukt er weißen Rauch und Ruckelt. Wir haben uns dran gewöhnt und so wird kurzerhand unser Diesel Additive und Cetanboost hervorgeholt und die Menge im Tank quasi verdoppelt. Es hilft.

Im Visitor Center in South Lake Tahoe erkundigen wir uns nach den Straßenzuständen, viele Straßen und Bergpässe sind generell im Winter geschlossen, doch durch den aktuellen Schneesturm gibt es neue Warnungen. Heute ist bereits der 23. Dezember und eigentlich wollten wir heute zügig Richtung Mono Lake fahren und dort in der Gegend unser Lager aufschlagen, doch viel zu schön ist die Landschaft, um durchzurasen und so suchen wir uns nach einem Spaziergang durch die Stadt einen Schlafplatz um South Lake Tahoe. Länger als gedacht sich wir auf der Suche, viele der kleinen Straßen sind gesperrt, als auch so gut wie jede Forest Road die wir anvisieren. Also machen wir es uns auf einem Parkplatz eines Schnee-Parks bequem.

Lake Tahoe Lake Tahoe Lake Tahoe Schneesturm am Lake Tahoe Schneesturm am Lake Tahoe Weihnachtsstimmung in South Lake Tahoe Weihnachtsmorgen am Lake Tahoe Weihnachtsmorgen am Lake Tahoe

FROHE WEIHNACHTEN

Früh morgens bekommen wir Besuch eines Rangers, doch alles kein Problem, er will sich aufgrund des Schneesturms nur nach unserem Wohlergehen erkundigen und wie lange wir noch hier campen möchten. Mit unserem Mobilen Internet von T-Mobile haben wir selbst hier so nah an der Stadt nur schlechten Empfang und so geht es wieder mal zu Starbucks – diesmal, um an Weihnachten mit unserer Familie daheim zu skypen.

Zum Frühstück gönnen wir uns einen Kaffee mit Eierlikör, leider ohne richtigen Likör. Und am frühen Nachmittag geht es wieder durch Schneegestöber weiter auf den Highway 395. Langsam geht es durch den Sturm, es herrscht relativ viel Verkehr ist und immer wieder sieht man Autos am Straßenrand wo Schneeketten angelegt werden und wir sind bei der rutschigen Straße froh um unseren Allrad. Ein paar russischen Touristen hilft Daniel, ihr Mietauto aus dem Graben zu schieben. Der Mercedes sah nicht so aus, als hätte er Winterreifen, und damit auf diesen Pass?

Weihnachten bei den Buckeye Hot Springs

Für Weihnachtsabend haben wir uns bereits ein paar potentielle Ziele rausgesucht, doch so gut wie jede Zufahrtsstraße ist geschlossen, als auch alle National Forest Straßen die auf unserem Weg liegen. Doch bei den Buckeye Hot Springs werden wir endlich fündig. Die Straße ist noch geöffnet und wir finden einen traumhaften Stellplatz, wo wir am Nachmittag des 24. Dezember unser Camp aufschlagen. Für die Hot Springs ist es uns heute schon zu spät, heute kochen wir gemütlich, genießen guten Napa Valley Wein und als Nachspeise gibt es Vanillekipferl von Steffis Oma, und Milka Schokolade die wir von unserem kurzen Heimaturlaub mitgebracht haben.

Ein großer Tannenzapfen, der uns schon die letzten Tage begleitet hat, dient als unser Christbaum, eine Christbaumkugel haben wir ebenfalls gekauft. Vor unserer „Haustür“ gäbe es zwar die wunderschönsten Bäume, doch bei unter -15 Grad verkriechen wir uns lieber mit Standheizung gemütlich im Auto.

Überraschenderweise haben wir sogar eine kleine Bescherung, es gibt Geschenke von Turtle Expedition, von der Kölnerin aus Donnieville, und daheim haben wir von Steffis Cousine ein kleines Geschenk bekommen, welches locker in das kleine Handgepäck passte. Und als Abendsprogramm stimmen wir uns auf diesen Teil der USA schon mal mit „Cars“ ein, und danach folgt noch „König der Löwen“.

Camping bei den Buckeye Hot Springs Weihnachtsabend bei den Buckeye Hot Springs Weihnachtsabend bei den Buckeye Hot Springs Weihnachtsabend bei den Buckeye Hot Springs Weihnachtsabend bei den Buckeye Hot Springs

Weihnachtsmorgen in den heißen Quellen

Am Morgen des 25. Dezember kochen wir uns erst einen frischen Kaffee und frühstücken italienischen Kuchen. Mit Kaffee und den letzten Vanillekipferln im Gepäck machen wir uns auf den Abstieg zu den Buckeye Hot Springs. Einige Pools wurden hier mit Steinen erstellt, welche das heiße Wasser auffangen. Langsam starten wir mit einem der kühleren Pools weiter unten und tasten uns langsam immer weiter hoch bis in den heißesten Pool, um die 105 Grad Fahrenheit (40°C) soll dieser haben.

Der Mono Lake im Winter

In der Dämmerung kommen wir beim Mono Lake Lookout an, und werden bei einer Zufahrt zum See angehalten. Ein russisches Pärchen ist mit ihrem Mietauto unten am Parkplatz gefangen und kommt die Auffahrt zur Hauptstraße nicht mehr hoch. Wo sie einen Abschlepphacken haben, wissen sie spontan nicht, also wird erstmal mit Schieben probiert. Einige Versuche später ist das Auto befreit und wir um ein paar Karma Punkte reicher. Am Schlafplatz unserer Wahl, mit Blick auf den Mono Lake haben wir um 21:00 Uhr bereits -10Grad, wir richten uns wieder auf eine kalte Nacht ein.

Den atemberaubenden Sonnenaufgang am Mono Lake bewundern wir durch unser Dachzelt, zum Aufstehen ist uns noch viel zu kalt. Später erkunden wir bei Sonnenschein die Tuffsteingebilde am See, und wie schon vor 6 Jahren, muss Daniel testen wie salzig der See wirklich ist. „Schmeckt wie toter Fisch“ ist sein Fazit.

Mono Lake Home with a View Mono Lake Campen am Mono Lake Mono Lake Mono Lake Mono Lake Mono Lake Mono Lake Mono Lake Mono Lake

Mammoth Lakes und die Shepherds Hot Springs

Über eine Scenic Route geht es nach Mammoth Lakes, überall am Straßenrand stehen parkende Autos, Familien rodeln die Hügel hinunter und Schneemobile rasen durch die Wälder, der Ort gefällt uns. Wir gönnen uns einen leckeren Kaffee im Looney Bean Café und steuern als heutigen Schlafplatz die Shepherds Hot Springs an. Diese haben wir bereits vor Wochen von einem Local empfohlen bekommen, als auch die Little Hot Creek Springs. Bei den Shepherds Hot Spring sind wir nicht die einzigen. Wie wir am nächsten Morgen feststellen, hat ein Obdachloser hier in seinem Van sein Domizil aufgeschlagen.

Morgens genießen wir bei strahlendem Sonnenschein und eiskalten Temperaturen die heißen Quellen. Richtig heiß ist dieser Pool, und während Daniel bereits die Wärme genießt, sitzt Steffi erst bis zum Bauchnabel im Wasser und hat gleichzeitig noch Hoodie und Mütze auf. Das tolle an dieser Hot Spring ist, ist dass sie über ein Rohr mit heißem Wasser gefüllt wird. Ist das Wasser zu heiß, kann man den Zufluss abdrehen, kühlt es zu sehr ab, kann man den Zustrom wieder erhöhen. Zu den empfohlenen Little Hot Creek Springs fahren wir danach nicht mehr, sondern es geht direkt weiter in Richtung Bishop um nochmal zu tanken, Wasser aufzufüllen und einzukaufen bevor wir ins Death Valley aufbrechen.

 

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