El Cocuy
16 April 2018
Die Metropolen Bogotá und Medellín
12 May 2018
17. Januar 2018 – 23. Januar 2018

Monguí

Die letzte Etappe nach Mongui sind nur noch ca. 50 Kilometer, doch entscheiden wir uns gemeinsam mit Katie und Wayne, und Coleen und Luke für die Bergstrecke. 2-3 Stunden später erreichen wir das kleine Dorf Mongui.

Dieses ist in Kolumbien für mehrere Dinge bekannt, zum einen für tolle Wanderungen in der Umgebung, zum Anderen ist Stadt selbst wirklich süß und wurde einst als das schönste Dorf Kolumbiens gekürt. Aber vor Allem ist es bekannt für seine Fußballproduktion.

Die Stadt der Fußbälle

Die Tradition der Fußballherstellung in Mongui führt an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Bis in die 1990er Jahre wurden hier auch Fußbälle für FIFA Turniere und einige Weltmeisterschaften hergestellt.

Die gesamte Stadt ist stolz auf die Herstellung ihrer Fußbälle und das Stadtbild ist unter Anderem auf den Fußball-Tourismus fokussiert. Überall werden Fußbälle zum Verkauf angeboten, aber auch Basketbälle und Volleybälle. Nach dem was wir zuvor gelesen hatten sind wir allerdings doch etwas enttäuscht. Einige der Fußbälle sehen auf den ersten Blick zwar toll aus, doch auf den zweiten Blick sieht man eine schlampige Verarbeitung.

Das Fußballmuseum selbst ist wirklich süß gemacht, in einem Raum kann man bei der traditionellen Herstellung der Fußbälle zuschauen und bekommt die einzelnen Schritte erklärt.

Doch leider findet man dort in der Auslage auch Basketbälle auf denen „Made in China“ mit einem Edding durchgestrichen wurde.

Eventuell haben wir auch einfach die falschen Läden erwischt, denn viele hatten bei unserem Besuch der Stadt geschlossen. Doch wir haben den Eindruck, dass die Blütezeit der Fußballherstellung in diesem Ort bereits lange vorbei ist.

Wir schlendern noch etwas durch das wirklich nette Dorf, gönnen uns ein typisches Mittagessen, ein Tagemenü mit Suppe, Hauptspeise, Saft und Desert für insgesamt 2,30€. Dann verabschieden wir uns von den Anderen, die am Campingplatz übernachten wollen. Wir fahren lieber zu einem Stellplatz am Startpunkt zur Wanderung des Paramo de Oceta.

Paramo de Oceta

Auf die Wanderung hätten wir uns eigentlich sehr gefreut, entscheiden uns allerdings diese schlussendlich nicht zu machen. Vor etwa 10 Monaten gab es eine neue Regelung, dass diese Wanderung nur noch mit Guide machbar sei. Soweit uns von einem Einheimischen berichtet wurde, sei der Grund dafür eine Auseinandersetzung von Einheimischen und Touristen. Außerdem führen Teile des Trails über Privatgrund und wir vermuten, dass diese durch die Bezahlung der Guides entschädigt werden.

Nachmittags treffen wir die Schweizer Flavia und Oliver, die wie wir zuvor keine Ahnung von dieser Regelung hatten. Denn unsere Reiseführer, als auch iOverlander hatten noch keine Infos dazu. Die Beiden sind also alleine auf die Wanderung gestartet, haben diese allerdings abgebrochen, als sie von Einheimischen, die in der Nähe des Wanderwegs wohnen, beschimpft wurden.

Der Totasee und schweizer Käsefondue

Wir genießen also nur die Ruhe des schönen Schlafplatzes und fahren am nächsten Morgen schon weiter Richtung Lago de Tota (Totasee). Dort staunen wir nicht schlecht, als wir am schönen Playa Blanca ankommen, denn hier ist ganz schön viel los. Viele Einheimische haben hier ebenfalls bereits ihre Zelte zum Campen errichtet, es wird gegrillt und gequatscht und die kleine Quad Bahn ist in regem Betrieb. Der Strand selbst würde auch zum Baden einladen, doch nicht bei den kalten Temperaturen auf 3000m. Obwohl so viel los ist, entscheiden wir uns aufgrund der Uhrzeit hier zu bleiben und hier zu campen. Doch aufgrund der vielen Leute, dem einsetzenden Regen und der teils aggressiven Hunden bleiben wir lieber im Auto und schauen einen Film. Den Totasee würden wir entsprechend nur bei schönem Wetter und definitiv nicht am Wochenende empfehlen.

Früh am Vormittag verlassen wir den See und fahren auf Backroads nach Villa de Leyva, die Strecke ist schön, doch sind wir froh am Vortag nicht weiter gefahren zu sein. Die Gegend ist fast ausschließlich bewirtschaftet und hier wäre es schwierig gewesen einen Camping Spot zu finden.

Unterwegs stoppen wir im Ort Tunja beim schweizer Restaurant Suisse Gourmets. Das Restaurant haben wir schon ein paar mal empfohlen bekommen. Wir kaufen ein paar selbstgemachte Würste ein, Brezen gibt es leider heute keine. Aber dafür gönnen wir uns leckeres Cordon Bleu und ein köstliches Käsefondue.

Villa de Leyva

In der Kolonialstadt Villa de Leyva verbringen wir einige Tage. Die meisten allerdings am Campingplatz, denn es steht wieder einmal einiges an Arbeit an. Wieder einmal nehmen wir uns dem Leck in der Wasserinstallation an, weitere Dinge müssen repariert werden. Und auch einige Arbeit am Computer hat sich angesammelt.

Doch der Ort an sich hat auch einiges zu bieten. Der größte Hauptplatz von Kolumbiens ist umringt von Kolonialbauten mit weißen Fassaden und roten Ziegeldächern. Kopfsteinpflaster ziert das Straßenbild, als auch Ammoniten in manchen Ziegeln und Fassaden, wenn man genau hinsieht. Hier, wo nun die Anden sind, war einst das Meer.

Casa Terracota

Das größte Keramikwerk der Welt befindet sich in Villa de Leyva, die Casa Terracota. Über 15 Jahre hat der Künstler, Octavio Mendoza, für die Erstellung des Hauses benötigt, welches aus etwa 1000 Tonnen gebrannten Lehm aus der Umgebung besteht.
Theoretisch ein Haus mit Allem was man benötigt, Schlafzimmer, Badezimmer und sogar eine eingerichtete Küche. Doch hat trotzdem nie jemand in diesem Haus gewohnt.

Ein Gesamtkunstwerk in welchem die Räume fast nur aus Rundungen bestehen, die Lampen und Möbel sind aus Metall mit Insektenmotiven, und farbenfrohe Mosaike zieren die Badezimmer.

Paso del Angel

Rund um Villa de Leyva finden sich einige gute Wanderwege und wir entscheiden uns für den Paso del Angel, eine Gratwanderung an dessen Ende ein Wasserfall wartet. Der engste Part, der „Angel’s Step“ ist der schwierigste Part, nur etwa 40 cm breit mit einem 100 m tiefen Abhang rechts und ein 30 m tiefer Abhang links.

Auf den ersten Blick sieht es nicht so schlimm aus, doch vor allem Steffi bewegt sich dann etwas langsam und komisch über die Stelle, aus dem coolen Foto über dem Abgrund wird dann doch nichts.

El Cocuy
Next Post

Join the discussion One Comment

Leave a Reply