Von Tulum nach Caye Caulker

Um von Mexiko nach Caye Caulker in Belize zu kommen, gibt es prinzipiell zwei Arten. Variante Nummer 1 ist ein direktes Water Taxi von San Pedro Water Jets Xpress auf die Northern Cayes (Ambergris Caye und Caye Caulker). Diese Möglichkeit ist um einiges schneller, aber mit insgesamt ca. 40 EUR auch doppelt so teuer als die zweite Möglichkeit. Nachdem wir auf unserer Reise genug Zeit hatten, am Geld aber sparen mussten, entschieden wir uns für die günstigere Varianten.

Variante Nummer 2 – „Die günstige Variante“:

Von Tulum muss man erst einmal in das Örtchen Chetumal, kurz vor der Grenze nach Belize. Von dort fahren mehrmals täglich Busse nach Belize City. Um zu diesen Bussen zu gelangen muss man jedoch erstmal ein Stückchen vom Busbahnhof nach Norden gehen – zum Mercado Nuevo. Dort angekommen, standen bereits ein Chicken Bus nach dem Anderem nebeneinander aufgereiht. Nachdem bei den Bussen nach Belize noch keine weitere Menschenseele zu sehen war, fragten wir vorsichtshalber beim Busfahrer nach. Der bejahte, dass dies der richtige Bus wäre, wir im Restaurant nebenan aber ruhig noch eine Kleinigkeit essen könnten. Die Möglichkeit liesen wir uns nicht entgehen und blieben solange, bis sich der Busfahrer, der es sich neben uns gemütlich gemacht hatte, wieder erhob. Die Busse in Belize sind kein Vergleich zu Mexiko. Die komfortablen Busse nehmen hier ein jähes Ende, im Rest Zentralamerikas regieren die Chicken Busse :) .  Ohne Klimaanlage wirds hier ziemliche heiß in den Bussen, die Sitze sind komplett durchgesessen, in den Kurven muss man sich an der Lehne vor einem festhalten. Aber diese Art zu reisen, macht uns irgendwie mehr Spaß, als in den Luxusbussen.

tx5-16-mexiko-1282
tx5-16-mexiko-1283

Santa Elena Border

An der Grenze mussten alle Insassen den Bus verlassen und den Pass vorzeigen. Unter Anderem muss man nachweisen, dass man die „Nonimmigration fee“ von 200 MXN (ca. 13 EUR) bereits bezahlt hat. Reist man nach Mexiko per Flugzeug ein, ist dieser Betrag beim Flugticket mitinbegriffen. Ansonsten gibt es keine weitere „Departure Fee“.

Da wir bei unserer Reise doch einige Länder bereisten, versuchten wir das Geld uns zum Schluss hin immer gut durchzurechnen, um nicht größere Summen in einer nicht mehr benötigten Währung übrig zu haben und einiges beim Umwechseln zu verlieren. So hatten wir beim Ausreisen aus Mexiko zwar schon noch ein paar Pesos und Dollar bei uns, aber nicht soviel wie an der Grenze von uns verlangt wurde.

Nachdem wir die einzigen Touristen an Board des Busses waren, und unsere Formalitäten etwas komplexer waren, hielten wir den kompletten Bus auf. An der Grenze wollten sie wieder einmal Geld. Den genauen Grund konnten wir nicht verstehen, aufgrund mangelnder Spanischkenntnisse auf unserer Seite und kaum Englischkenntnissen auf Seiten der Beamten. Typisch für den „Mexican Belize Exit Fee Scam“ sind 200 MXN oder 20 USD. Und die wollten wir nicht bezahlen. Hier ging es nicht um den Preis sondern ums Prinzip, an jeder Grenze versucht man Touristen immer wieder aufs neue Abzuzocken, hier ein paar Dollar, da ein paar Dollar, eine zusätzliche Gebühr kommt hier noch dazu, und auch hier ist noch einmal was zu zahlen. Zufrieden ist man mit allen Währungen – hauptsache Bares.

Nun, wir versuchten nun also zu erklären, dass wir per Flugzeug eingereist waren und unsere 200 Peso „Nonimmigration Fee“ bereits bezahlt hatten. Nach bereits kurzer Zeit, kam eine Angestellte aus dem Bus zu uns und fing ebenfalls mit dem Angestellten zu diskutieren an. Auch sie meinte, wir müssten nicht zahlen, sie sollten aufhören uns abzuzocken, und endlich die Formalitäten fertigstellen. Und schneller als wir uns bei ihr bedanken konnten, hatten wir schon unsere Ausreisestempel im Pass. :)

tx5-17-belize-0012tx5-17-belize-0002

Auch in Belize City verlief nicht alles 100%ig nach unseren Plänen. Vom Busbahnhof bis zur Ablagestelle der Fähre ist es in etwa 1km. Den Weg hatten wir uns im Lonely Planet schon rausgesucht. Wir wussten zwar das Belize zu den gefährlichsten Städten der Welt gehört, wollten diese kurze Strecke aber trotzdem zu Fuß gehen. Immerhin war es mitten am Nachmittag und die Strecke laut unserer Karte nur ein Kilometer auf den zwei Hauptstraßen. Wir starteten also unseren Weg, die „Hauptstraße“ in der Hauptstadt von Belize war jedoch nicht so groß wie wir sie uns vorgestellt hatten und menschenleer. Nach einigen 100 Metern torkelte uns ein völlig betrunkener Rastafari, mit zerlumpter Kleidung entgegen. Mehr oder weniger zielstrebig wackelte er auf Steffi zu, die ihm noch irgendwie entwischen konnte, aber Daniel hatte kein Glück und wurde am Kragen und Rucksack gepackt. Wir sollten ihm Geld geben – sofort.

Keine Ahnung was wir gemacht hätten, wenn wir welches gehabt hätten, aber in Belize waren wir noch nicht beim Geldautomaten, hatten also nur mexikanische Pesos, US Dollar und diverses andere Währungen, mit chinesischen Yuan wär er wohl auch nicht zufrieden gewesen. ;)

Er schüttelte nun also an Daniel, versuchte ihm mehr oder weniger den kleinen Rucksack zu entreissen und bettelte nach Geld, er braucht doch dringend Geld, wäre er doch gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden. Nach diversen Beruhigunsversuchen und Versuchen von Daniel sich von dem Mann loszureissen, boten wir ihm schließlich unsere letzten mexikanischen Pesos an, doch die sah er nur angewiedert an, wich von uns und spukte auf den Boden „pfui Mexiko, pfui.. die könnt ihr euch behalten“

Schleunigst versuchten wir Abstand zwischen dem Mann zu bringen, und waren schließlich fast an der Ablegestelle angelangt. Auf dem Weg in die Bank schauten wir erst mal ob wir beobachtet wurden, verpackten heimlich das Geld und gingen schnell weiter. Direkt an der Swing Bridge waren schon um einiges mehr Personen unterwegs, u.a. auch Touristen und Polizisten und wir wurden wieder entspannt.

Gefährlich war die Situation nicht unbedingt gewesen, aber wir haben die Idee verworfen, nach unserem Aufenthalt auf Caye Caulker noch für ein paar Nächte in Belize City zu bleiben.

An der Swing Bridge angelangt holten wir uns gleich ein Round Way Ticket (30 BZD / 17,50 USD) für das Wassertaxi von „Caye Caulker Water Taxi Association” nach Caye Caulker.

Ein Tipp für die Platzsuche am Boot: Die Plätze im hinteren Ende des Bootes sind immer die ruhigsten. Wir konnten leider nur noch Plätze im mittleren Sitzbereich, relativ weit vorner ergattern und rutschten die Hälfte der Fahrt wild auf unsren Plätzen hin und her. Im einen Moment klebt man am rechten Nachtbar, während man im nächsten schon fast auf dem Schoß des linken Nachbarn sitzt. ;)

tx5-17-belize-0035tx5-17-belize-0039

Belize – Caye Caulker

5 Antworten zu “On the Road – Mexiko nach Belize”

  1. Hallo und Danke für diesen Blogbeitrag der uns auf unserer Reise in Mexiko geholfen hat zu entscheiden, für welche Variante wir uns entscheinde werden.

    Leider ist es mittlerweile so, dass man sobald man Mexiko mit dem Boot verlässt auch eine Ausreisesteuer zahlen muss. Alles legal und Diskussionen zwecklos. Es ist wohl alles ziemlich kompliziert mit den Steuern und Gebühren und in Flugtickets außer bei Pauschalreisen nicht mehr inklusive.

    Wir haben die kurze und etwas teurere Variante gewählt wie hier bei Interesse nachlesen könnt (bzw. die Preise sind generell höher mittlerweile glaube ich):
    http://viel-unterwegs.de/von-tulum-nach-belize-caye-caulker-mit-dem-wassertaxi/

    Viele Grüße Katrin

    • Hallo Katrin, eure Route nachzulesen war auf jeden Fall auch sehr interessant. Die Preise wurden in den letzten zwei Jahren wahrscheinlich etwas erhöht.
      Wir sind damals ja über den Landweg aus Mexiko ausgereist, und nicht per Boot, ev. mussten wir daher keine Gebühren zahlen.
      Viele Grüße, Steffi und Daniel

Hinterlasse eine Antwort

XHTML: Sie können diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>