8. Dezember 2016 – 13. Dezember 2016

Eine neue Heck-Stoßstange – oder auch nicht?

Am Morgen nach unserer Ankunft von unserem kurzen Heimaturlaub machen wir uns voller Freude auf in die Werkstatt von Valley Hybrids. Zum Einen ist es schön wieder bei unserem treuen Gefährten zu sein, zum Anderen wird dieser endlich mit einer neuen Stoßstange ausgerüstet. Bereits seit Wochen bereitet uns das Ersatzrad Sorgen, welches zwar an einer verstärkten Hecktür angebracht ist, für diese allerdings eigentlich viel zu schwer ist. Nun haben wir bereits seit Ewigkeiten nach Stoßstangen gesucht und uns Angebote eingeholt, bis wir schlussendlich bei Euro4x4Parts in Frankreich eine AFN Heckstoßstange mit Ersatzradhalterung bestellt haben. Da der Versand in die USA leichter war als nach Kanada, haben wir uns für Georg und Valley Hybrids entschieden.

Im riesigen Shop von Valley Hybrids steht Motomoto im warmen und trockenen und wartet auf uns, dahinter ist bereits die noch verpackte Stoßstange aufgereiht. Die Form kam uns gleich etwas verdächtig vor und dann folgt der Schock. Haben wir doch tatsächlich anstatt einer Heckstoßstange für einen Toyota Land Cruiser eine gebrauchte Frontstoßstange für einen Nissan Terrano vor uns liegen. Wir sind erstmal sprachlos. Alle Anrufe bringen nichts, in Europa ist bereits Feierabend und ein Wochenende steht an. Eilig versenden wir noch ein paar Mails, in der Hoffnung, dass jemand doch noch länger Freitags im Büro sitzt, aber Fehlanzeige.

Montag versuchen wir es früh morgens gleich nochmal, währenddessen überlegen wir uns schon mal Plan B, denn ohne Stoßstange wollen wir nicht mehr viel weiter fahren.

Wie es auch kommen mag, all unsere schön geschmiedeten Pläne für Dezember und Weihnachten sind nun plötzlich über den Haufen geworfen worden. Optionale Routen haben wir uns schon vorbereitet und insgeheim sahen wir uns eigentlich schon Anfang/Mitte Jänner in kurzen Hosen am Strand in Mexiko stehen.

Zeitvertreib in San Francisco

Nachdem in Stockton nicht ganz soviel zu tun ist, verbringen wir das Wochenende in San Francisco. Doch Sightseeing fällt Samstag sprichwörtlich ins Wasser, im strömenden Regen fahren wir von Norden in die Stadt. Wir stoppen noch kurz an Aussichtsplätzen, um die Golden Gate Bridge zu bewundern. Während sie anfangs noch im grauen Nass erkennbar ist, ist die Sicht nach zehn Minuten gleich Null. Das verschieben wir lieber auf Morgen und wir machen uns auf den Weg über „die“ Brücke. Für uns, mit einem ausländischen Autokennzeichen, ist die Fahrt kostenlos, und so steuern wir erstmal den kostenlosen Parkplatz am Marina Green Park an.

Dort stehen wir über eine Stunde und können uns einfach nicht aufraffen bei strömenden Regen in die Stadt zum Bummeln aufzubrechen. Das Warten wird belohnt, irgendwann klaren die Wolken etwas auf und es herrscht nur noch leichter Nieselregen. Also machen wir uns am späten Nachmittag noch auf den Weg zum Fisherman’s Wharf. Vorbei geht es an unzähligen Souvenirshops, Restaurants und als Santa verkleideten Menschen zum Pier 39. Dort wollen wir uns unbedingt die Seelöwen ansehen. Faul liegen diese auf den Anlegestellen und grunzen und stinken um die Wette. Wir spazieren durch die Einkaufsstraßen, vorbei an der Bubba Gump Shrimp Company (bekannt aus Forrest Gump) und wieder Richtung Hauptstraße. Langsam wird es dunkel und der Regen wird wieder mehr, also machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto.

Auf dem von uns ausgesuchten Parkplatz ist das Parken nachts von 22:00 Uhr bis 6:00 morgens zwar verboten, laut iOverlander haben es sich hier aber schon öfter Leute im Auto bequem gemacht. Als pünktlich um 22:00 Uhr dann alle Wohnmobile, die ebenfalls hier geparkt haben abhauen, überlegen auch wir kurz nochmal umzuparken. Die Faulheit und Müdigkeit siegt allerdings und niemand stört uns in der Nacht.

Früh am nächsten Morgen wollen wir auf den ruhigen Straßen etwas durch die Stadt cruisen, unser Weg führt uns zur Lombard Street und so können wir es uns nicht nehmen lassen auch selbst die engen Kurven der „kurvigsten“ Straße der Welt hinunterzufahren. Als nächstes geht es für uns zum Coit Tower am Telegraph Hill, in einer kleinen Nebenstraße finden wir einen Parkplatz, der aufgrund des Wochenendes den ganzen Tag kostenlos ist, und so lassen wir das Auto hier tagsüber stehen.

Vom Coit Tower nach Chinatown

Der Coit Tower hat noch geschlossen, und nach ein paar Fotos auf die Skyline San Franciscos und die Golden Gate Bridge im Hintergrund starten wir unsere Tour. Über die Filbert Steps steigen wir ab, die Papageien die es hier geben soll sehen wir zwar nicht, die kleinen Gärten und verwinkelten Pfade der Holztreppen sind allerdings sehenswert. Am Embarcadero entlang spazieren wir zum Ferry Building, schlendern durch die tollen Shops und gönnen uns einen Kaffee.

Über das Business District steuern wir unser nächstes Ziel an: Chinatown, eines der ältesten und größten chinesischen Stadtvierteln außerhalb Asiens. Gestartet wird natürlich beim Dragon’s Gate, und entlang der Gant Street gehen wir auf Restaurant Suche für unser Mittagessen. Irgendwann werden wir auch fündig, eine lange Schlange steht vor dem Great Eastern Restaurant, dort sehen wir am Schaufenster, dass sogar schon Barack Obama hier war und ein Blick durchs Fenster zeigt viele Touristen. Also gehen wir noch ein Lokal weiter, und das ist genau unser Ding, im ganzen Laden sind wir die einzigen Touristen und irgendwie auch die Einzigen die nicht chinesisch sprechen. Zum Menü gibt es eine zweite Karte mit Fotos und so brauchen wir doch ewig, um uns für irgendetwas zu entscheiden. Auf die frittierten Hühnerfüße die bei uns vorbei kommen haben wir irgendwie keine Lust. 3 Dumplings und 2 Hauptspeisen später sind wir gesättigt und verlassen zufrieden das Peninsula Seafood Restaurant. Wir machen noch einen Abstecher zu einer kleinen Straße, die in Karate Kid vorgekommen ist und zur Golden Gate Fortune Cookie Factory, bevor wir uns langsam wieder auf den Weg zurück zum Auto machen.

 

Am 49 Mile Drive durch San Francisco

Die nächsten Sightseeingpunkte werden mit dem Auto abgeklappert, denn wir wollen einen Teil des 49 Mile Drives abfahren. Gestartet wird an der Fort Point National Historic Site an der Golden Gate Bridge und dort kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus, sind doch direkt unter der Brücke, nur knapp vor den Felsen ein paar Surfer im Wasser und je länger wir zuschauen, desto mehr Surfer trudeln am Parkplatz ein. So haben wir auf einem Panoramafoto die Golden Gate Bridge, ein paar Surfer, eine Robbe im Hintergrund, Alcatraz und die Skyline von San Fransico. Nicht schlecht.

Weiter gehts zum Baker Beach, wo bei der Kälte und dem Wind nur zwei tapfere FKK Fans am Strand ausharren, sonst ist der Strand voll mit Touristen und diversen Fotoshootings. Ein professionelles Commercial Shooting mit künstlichen Lagerfeuer, iMac und Generatoren am Strand, daneben ein paar Schwangerschafts- und Paar-Fotografen. Vom Ocean Beach sind wir sehr beeindruckt, dieser scheint einfach nicht zu enden. Im Golden Gate Park sehen wir ein paar Bisons grasen, die auch eilig verschwinden, als wir die Kamera auspacken, und pünktlich (nach) dem Sonnenuntergang finden wir einen Parkplatz auf den Twin Peaks und bewundern die Lichter von San Francisco.

Campen im Golden Gate State Park

Für heute haben wir uns einen Schlafplatz nördlich der Golden Gate Bridge rausgesucht und verbringen dort noch ein paar Stunden am Lookout. Neben ein paar anderen Autos leisten uns dort ein paar Waschbären, einige Mäuse und ein Coyote Gesellschaft. Für die Nacht ziehen wir uns ans Ende des Golden Gate State Parks zurück und platzieren unsere Handys geschickt so, dass diese noch Empfang haben. Denn Mitten in der Nacht erwarten wir Anrufe von Euro4x4Parts. Zusätzlich stellen wir uns noch Wecker auf 1 und 2 Uhr nachts, sicher ist sicher.

Völlig übermüdet wachen wir am nächsten Morgen auf, die Nacht war nicht wirklich erfolgreich. Ab 1 Uhr früh hingen wir ewig in der Warteschlange fest, wurden des Öfteren auf nicht besetzte Plätze weitergeleitet und konnten niemanden erreichen, der sich nur annähernd mit dem Problem unserer Stoßstange auseinandersetzen wollte. Erst nach weiteren Mails erhalten wir Antwort, dass der Verantwortliche erst tags darauf wieder aus dem Urlaub zurück ist und sich umgehend bei uns melden wird, wenn er Antworten hat. Na mal schauen.

Um von keinem Ranger auf unserem Schlafplatz entdeckt zu werden, sind wir auch schon gegen 7 Uhr wieder auf dem Weg zu einem weiteren Lookout und spazieren in Jacken eingepackt und in Pyjamahose einen kleinen Hügel rauf.

Nachdem wir von San Francisco schon einiges auf unserer Weltreise 2011 gesehen haben, wollen wir nun lieber raus aus der Großstadt und machen uns auf den Weg nach Süden entlang des Highway Nr. 1

Bereits in Half Moon Bay halten wir für einen ersten Spaziergang, denn hier gibt es die legendäre Surfwelle „Maverick“, um welche es in dem gleichnamigen Film geht. Aktuell sind die Wellen viel zu klein und ein paar SUP Surfer und Kajaks tummeln sich im Wasser. Zum Surfen eignet sich Maverick erst ab 4 Meter hohen Wellen. Rekordwellen können bis zu 20m hoch werden!

Auf der weiteren Route genießen wir die Ausblicke, cruisen die kurvige Straße entlang und halten immer wieder für Fotos.
In Santa Cruz halten wir an der Natural Bridge, und als wir gerade Pelikane und Seeotter bewundern, sehen wir draussen am Meer einige Wasserfontänen und Wale ins Wasser klatschen. Schnell wird das Zoomobjektiv und das Fernglas geholt. Ewig stehen wir da und schauen gespannt aufs Meer hinaus. Als uns schön langsam die Finger einfrieren, ziehen wir uns ins warme Auto zurück und machen uns am West Cliff Drive auf den Weg in die City. Überall können wir Surfer beobachten, welche Wellen in allen Schwierigkeitsstufen surfen. Am Pier spazieren wir auf und ab, doch es wird bereits spät und Santa Cruz ist kein geeigneter Ort, um irgendwo kostenlos im Auto zu schlafen. Da die Stadt mit einer hohen Zahl an Obdachlosen zu kämpfen hat, finden sich hier härtere Regeln und Strafen.

Also machen wir uns lieber auf den Weg weiter in den Süden, kurz vor Monterey finden wir einen geeigneten Parkplatz am Strand und schlafen mit dem Rauschen des Meeres und Gegrunze von Seelöwen ein.

In der Nacht gibt es leider wieder keine News zur Stoßstange und erst als wir nach 40 Minuten in der Warteschlange jemanden erreichen wissen wir endlich mehr. Eine Stoßstange für unser Auto gibt es leider nicht mehr lagernd und es ist mit einer Lieferzeit von mindestens sieben Wochen zu rechnen – da wollen wir allerdings bereits in Mexiko sein und das ist uns alles etwas zu ungewiss. Die falsche Stoßstange kam so bereits von AFN zu Euro4x4Parts, und wir bekommen die gesamten Kosten inkl. Versand von Frankreich in die USA sofort erstattet.

Insgesamt zwar ärgerlich, aber zumindest wissen wir nun endlich woran wir sind. Also geht es für uns nun direkt nach Grass Valley, zwei Stunden nordöstlich von San Francisco – zu unserem Plan B, eine individuelle Stoßstange von 4x4Labs.

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