Von den Anden zur Küste
29 August 2018
14. März 2018 – 18. März 2018

Das Galapagos Archipel

Das Galapagos Archipel besteht aus mehreren Inseln vulkanischen Ursprungs und befindet sich etwa 1000 Kilometer vom ecuadorianischen Festland entfernt im Pazifischen Ozean. Die einmalige Flora und Fauna gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und fast das gesamte Archipel und Gewässer stehen unter strengem Naturschutz. Generell darf man sich den Tieren höchstens zwei Metern nähern und „Souvenirs“ wie Sand oder Muscheln sind sowieso strengstens verboten.

Galapagos individuell – oder als Cruise

Individuell

Schon sehr früh auf unserer Reise war uns klar, dass wir die Galapagos Inseln auf dieser Reise besuchen möchten. Jedoch wussten wir lange nicht, ob individuell oder doch als Teil eines Cruises.

Die Vorteile für die individuelle Reise ist vor allem der Preis. Die Unterkunft kostete uns 40 $ pro Nacht, und in Puerto Ayora gibt es Mittags- und Abendmenüs für 5$ pro Person. Zusätzlich gibt es noch einen recht umfangreichen Supermarkt, in dem man sich eindecken kann. Auf den drei Inseln, die man selber bereisen kann, gibt es auch viele kostenlose oder günstige Attraktionen, wie z.b. die Charles-Darwin-Forschungsstation, die Tortuga Bay oder ein Besuch der Galapagos-Riesenschildkröten auf der El Chato Ranch. Möchte man allerdings weitere Attraktionen erleben, wie z.B. Schnorcheln, oder andere Ausflüge unternehmen, kann man in der Regel ab 100$ pro Person pro Ausflug rechnen.

Gute Beiträge dazu gibt es z.B. auf dem Blog von Seiltanz zu finden.

Mit einem Cruise Ship

Ein paar Wochen, bevor wir auf die Galapagos Inseln reisen wollten, fingen wir an Blogeinträge zu lesen, und Preise online zu recherchieren, als auch ein paar Tour-Anbieter anzuschreiben. Die Preise für eine 7 Nächte/8 Tages Tour fingen bei ca. 1850 $ ohne Flug an – nach oben ging es natürlich noch deutlich. Der wesentliche Vorteil an diesen Touren ist, dass man zu weit entfernten Regionen kommt, die an einem Tagesausflug einfach nicht zu erreichen sind. Entsprechend unterschiedliche Tierwelt kann man entdecken. Je nach Touranbieter sind mehrere Schnorchelausflüge inklusive, die sonst teuer bezahlt werden müssen.

Nachdem wir tagelang hin und her kalkuliert haben, und unsere Tendenz von „individuell“ zu „Tour“ im Stundentakt wechselte, haben wir uns schlussendlich für eine Tour mit Cometa Travel entschieden. Ausschlaggebend war ein Super Last Minute Angebot, als auch die Tatsache, dass dies höchstwahrscheinlich unsere einzige Reise auf die Galapagos Inseln sein wird.

Cometa Travel und die Angelito I wurden uns schon von vielen Reisenden unterwegs empfohlen. Vor Allem die Schweizerin Maja, die seit über 30 Jahren Guide auf dem Boot ist, soll zu einem wirklich tollen Erlebnis beitragen. Außerdem ist Cometa Travel sehr Overlander freundlich. Wie wir später von Maja erfahren haben, halten sie pro Tour ein Zimmer relativ lange offen, in der Hoffnung dieses Overlandern anbieten zu können, da sie von der Art des Reisens einfach begeistert sind. Je nach Saison und Nachfrage sind hier Last Minute Preise ab ca. 2500 $ (inkl. Flug vom Festland) realistisch.

Wir hatten allerdings sehr Glück und bekamen von Cometa Travel einen „Super Last Minute Deal“. Ein anderes Pärchen hatte ihre Tour abgesagt, und dieser Platz musste nun gefüllt werden. Zudem waren die Flüge aktuell gerade besonders teuer bzw. an mehreren Tagen ausgebucht (ca. 600 $ pro Person). So buchten wir am 10.03.2018 unsere Tour, und flogen bereits am 14.03.2018 morgens nach Galapagos. Unsere Tour startete zwar erst am 18.03. doch waren keine anderen Flüge mehr verfügbar. Eigentlich sind wir sogar recht froh, denn so haben wir noch genügend Zeit um auf Galapagos tauchen zu gehen – das ist für uns ein Muss.

mögliche Kosten:

Flug: bei einigen Touren inklusive
Nationalpark Eintritt: 100 $ pro Person
Galapagos Touristen Karte: 20$
Cruise: ab ca. 2500 $ (inklusive Flug – 8 Tage/7 Nächte)
Trinkgeld für Besatzung des Schiffes

Kosten zu unserem Galapagos Trip wird es wie immer, auf der Länder Übersichtsseite zu finden geben.

Unser Trip

Während unserer Zeit auf den Galapagos Inseln lassen wir das Auto auf dem sicheren Gelände des Colibri Hostels stehen, gerade mal 1$ pro Tag kostet uns das sichere parken dort. Um 7 Uhr morgens werden wir vom Besitzer des Hostel zum Flughafen gebracht, wo Tony von Cometa Travel bereits auf uns wartet. Er hat schon für uns eingecheckt – was für ein Service. Der Flug von Quito nach Isla Baltra bietet eine traumhafte Aussicht auf die Vulkane Cotopaxi, Cayambe und Chimborazo und wir kommen kaum raus aus dem Staunen.

Ankunft auf den Galapagos Inseln

Vom Flughafen in Baltra geht es erst mit dem Shuttle Bus zum Hafen, danach mit der Fähre nach Santa Cruz, und von dort weiter mit dem Bus bis Puerto Ayora. In Puerto Ayora haben wir für 4 Nächte eine Unterkunft im Hostal El Paraiso für 40 $ die Nacht gebucht. Bei rechtzeitiger Buchung sind bestimmt günstigere Unterkünfte verfügbar, doch scheint dieses Wochenende Ausnahmezustand in Puerto Ayora zu sein. Die Flüge für die kommenden Tage sind komplett ausgebucht, als auch viele Unterkünfte.

In der Kiosk Road gönnen wir uns erst Mal für 5$ ein Menü des Tages in einem kleinen Restaurant, erkundigen uns bzgl. Tauchen bei empfohlenen Tauchschulen und schlendern durch die Straßen Puerto Ayoras. Am Hafen sehen wir bereits die ersten Galapagos Seelöwen und somit das typische Bild von Galapagos – die Seelöwen auf den Sitzbänken. Vor Allem abends ist ein Besuch des Hafens lohnenswert, denn die Lichter locken diverse Fische, Haie und Rochen an.

Besuch des Fischmarkts

Wir schauen beim nicht weit entfernten Fischmarkt vorbei und haben Glück. Gerade sind ein paar Fischer anwesend und nehmen den heutigen Fang aus. Auch die hungrigen Pelikane, Seelöwen und Meerechsen sind zur Stelle und warten auf den ein oder anderen Happen.

Laguna de las Ninfas

Die Salzwasser-Lagune befindet sich fast mitten in der Stadt. Ein kleiner Rundweg führt hier durch die Mangroven mit einigen informativen Schildern. Durch die Gezeiten kommt Meerwasser in dieses kleine Becken, welches zusätzlich mich Frischwasser aus dem Hochland versorgt wird.

Tauchen mit Hammerhaien

Die Galapagos Inseln sind bei Tauchern unter Anderem für das Tauchen mit Hammerhaien bekannt. Nachdem Hammerhaie nur auf Plätzen mit starker Strömung zu finden sind, und wir in letzter Zeit nicht wirklich oft getaucht sind, dachten wir eigentlich an einen gemütlicheren Tauchgang. Da die Strömungen aktuell allerdings recht ruhig sein sollten, und die Tauchschule unsere jeweils ca. 50 Tauchgänge als absolut ausreichend empfand, wurden wir für ein Tauchen am nächsten Tag an der berühmten Dive Site „Gordon Rocks“ überzeugt. 170 USD kosten hier zwei Fun Dives bei der Tauchschule Academy Bay Diving, und dies ist auch noch der vergünstigte Preis, da wir für den kommenden Tag buchen.

Eine weitere sehr empfohlene Tauchschule ist Scuba Iguana Galapagos, mit Preisen von 245 USD für zwei Fun Dives. Diese Tauchschule war allerdings bereits für Wochen ausgebucht.

Gordon Rocks

Am folgenden Morgen treffen wir uns an der Tauchschule von Academy Bay Diving. Mit dem Boot geht es ein Stückchen hinaus in den Itabaca Channel, wo sich der Tauchspot befindet. Ganz so wohl war uns bei dem rauen Seegang nicht zumute, und das bestätigte sich auch, als die Tauchlehrer beim Anblick des berühmten Gordon Rocks meinten, dass heute eine sehr ungewöhnlich starke Strömung sei, und das bei diesem Tauchgang der sowieso für seine „Waschmaschinen Strömung“ bekannt ist. Die entsprechend auch von allen Seiten kommt.

Vor dem Tauchen folgte noch ein kurzes Briefing und ab ging es. Ab ging es im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Strömung hatte es in sich. Im Briefing hieß es, dass es ein paar sehr starke Strömungen gibt, die wir durchschwimmen müssen. Diese seien nicht ganz ohne, denn sie ziehen einen zuerst kurz nach oben, über die Pinnacles, und gehen dann schnell runter auf 30 m. Vor der Stelle mit der Strömung sollte es vom Tauchguide einen entsprechenden Hinweis geben – der kam allerdings nicht. Und so wurde jeder Einzelne aus unserer Gruppe ziemlich überrascht und kämpfte plötzlich damit nicht mitgerissen zu werden. Zusätzlich war ich, Steffi, etwas zu weit oben, das heißt ich wurde noch mehr von der Strömung erfasst. Mit dem Abtauchen hatte ich generell bei den Tauchgängen Probleme, beim kurzen Check an der Oberfläche bestanden die Tauchguides darauf, dass mein Gewicht ausreichend war, obwohl ich noch ein Bleistück mehr wollte, darauf hätte ich bestehen sollen.

Als ich von der Strömung also mitgerissen wurde, brach doch schnell etwas Panik aus. Ich versuchte mich irgendwie am Riff festzuhalten – hatten wir doch genau aus diesem Grund Handschuhe vor dem Tauchgang erhalten. Irgendwie komisch – versucht man doch weltweit das Riff nicht zu berühren und nicht zu schädigen, bekommt man gerade auf den Galapagos Inseln Handschuhe, damit man sich beim Festhalten in der starken Strömung nicht verletzt.

Ich hielt mich also fest, versuchte mich langsam kopfüber mit den Händen nach unten zu ziehen, regelmäßig brach wieder Riff ab und ich wurde wieder weggeweht. Irgendwann hatte ich es dann aber geschafft und war in der Nähe meiner Gruppe angekommen. Die hatten nicht so wirklich bemerkt, das ich fehlte, die gefühlten 15 Minuten Kampf gegen die Strömung, waren vermutlich nur 1 tatsächliche Minute. Mein Tauchbuddy Daniel hatte auch nicht wirklich bemerkt, dass ich fehlte, denn der hatte mich mit einer anderen jungen Dame mit braunen Haaren verwechselt. Irgendwann schaffte ich es doch den Tauchguide auf mich aufmerksam zu machen, der mich danach runter zur Gruppe zerrte. Mit ähnlichen Tücken ging der Tauchgang nun weiter, und der Anblick der Hammerhaie konnte irgendwie so gar nicht mehr genossen werden.

Als langsam alle nach dem ersten Tauchgang wieder auf dem Boot saßen herrschte irgendwie betretene Stille. Es schien nicht nur mir schwer gefallen zu sein.

Nach kurzem Zögern war ich auch beim zweiten Tauchgang wieder dabei. In der Hoffnung so den Schock irgendwie zu stillen. Hier hieß es wieder schnell abtauchen, damit einen die Strömung nicht davon reißt. Unten ankommen hieß es erst mal Gruppe sammeln, doch ein Mädel fehlte. Nachdem wir unseren Dive Guide darauf aufmerksam gemacht hatten, ging dieser sie suchen, kehrte jedoch alleine zurück und setzte den Tauchgang fort. Später erfuhren wir von ihr, dass sie abgetrieben wurde, auftauchte, das Boot zu ihr kam und sie wieder allein hinunter schickte mit einer Richtung in die sie tauchen sollte. Sie schaffte es nicht, tauchte wieder auf, bis sich ein Mitarbeiter schnell eine Ausrüstung schnappte und nur mit Badehose mit ihr gemeinsam hinunter tauchte. Etwa in der Hälfte des Tauchgangs stießen die Beiden zu unserer Gruppe.

Alles in Allem schwierige Tauchgänge bzw. schwierige Zustände. Zusätzlich waren wir in der Gruppe des nicht so erfahrenen Tauchguides, welcher ein wenig versagt hat. Durch die starke Strömung lies die ganze Gruppe ihre Kameras an Bord, denn Fotos waren beim Tauchgang inklusive. Schade nur, dass unser Diveguide mit einer Fuji Finepix aus 2011 ausgestattet war.

Die Tortuga Bay und das Galapagos Renewable Energy Center

Nach unseren etwas durchwachsenen Tauchgängen starten wir den kommenden Tag gemütlich mit einem Frappuccino in unserem Lieblings Café in Puerto Ayora, dem De Sal y Dulce. In der starken Mittagssonne spazieren wir die 3 km bis zur Tortuga Bay. Auf dem Weg kommen wir beim Galapagos Renewable Energy Center vorbei. Das Center bietet einen guten Einblick in die verschiedensten erneuerbare Energien weltweit und die Initiative „Zero Fossil Fuel for Galapagos Islands“. Ziel ist die vollständige Umstellung von fossilen Treibstoffen auf 100% erneuerbare Energie.

Nach diesem informativen Zwischenstop spazieren wir weiter zur Tortuga Bay, wo gerade ein Surf Contest statt findet. Abwechselnd beobachten wir die Surfer, als auch die Meerechsen die sich hier am Strand finden lassen. Auf der anderen Seite des Strands findet sich eine kleine geschützte Bucht, mit einem schönen Badestrand. Wir schwimmen und relaxen im Schatten der vielen Mangroven und beobachten auf dem Rückweg noch einmal die jungen Surfer.

Las Grietas und Surfen auf Galapagos

Den letzten Tag, den wir auf Santa Cruz verbringen, starten wir mit einem Besuch von Las Grietas. Vom Hafen fährt eine kleines Wassertaxi für 1 USD zum Startpunkt des gemütlichen Wanderwegs. Um 10 Uhr ist hier bereits sehr viel los, und wir schnorcheln und schwimmen schnell ans andere Ende der Grotte, wo es nicht ganz so wild zugeht. Zurück in der Stadt leiht sich Daniel ein Surfbrett aus, und kommt am Playa La Ratonera voll in den Genuss. Steffi macht noch einen Abstecher zum Strand nebenan, der sich wiederum super zum Schnorcheln eignet.

Viel zu schnell waren unsere vier Tage auf Santa Cruz leider auch schon zu Ende. Einiges gäbe es hier noch zu entdecken, wie z.B. die Galapagos Riesenschildkröten im inneren des Landes. Das haben wir allerdings bewusst ausgelassen, denn hier schauen wir nochmal auf unserer Tour vorbei.

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