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Die Tatacoa Wüste

Von Ibagué geht es einen großen Sprung weiter Richtung Süden in die Tatacoa Wüste. Wir entscheiden uns für die kürzere Anfahrt über eine Dirt Road vom Norden. Der Weg führt entlang dem Rio Magdalena und wir wundern uns auf dem Weg in die Wüste so viele Reisfelder zu sehen.

Wir biegen nach Osten auf die Schotterstraße ins Valle de la Constitution ab, welche uns somit in den nördlichen Teil der Wüste führt. Die Strecke ist wunderschön und führt vorbei an unterschiedlichen Kakteen und Steinformationen. Die Farben der Wüste ändern sich laufend, von grau zu beige und weiter zu rot.

Hier gäbe es einige tolle Stellplätze, doch ist es noch früh und nach einem Mittagessen bei herrlicher Aussicht fahren wir weiter in den südlichen Teil der Wüste. Dieser ist der touristische Teil, denn eine asphaltierte Straße führt hier von Ost nach West, doch Touristen sehen wir heute kaum.

Eigentlich wollen wir uns schon auf die Schlafplatzsuche machen und entscheiden uns spontan für eine kurze Wanderung durch das Red Valley. Die Astronomie-Tour klingt interessant, doch am späten Nachmittag ist der Himmel leicht bewölkt also verbringen wir lieber einen gemütlichen Abend abseits einer kleinen Stichstraße.

Am Morgen sind wir froh uns am Vortag noch spontan für eine Wanderung entschieden zu haben, denn heute regnet es – in der Wüste! Die längere Wanderung lassen wir dann doch lieber aus, und fahren weiter in die Berge.

Tierradentro

Nach der Wüste geht es ab in die Berge, denn wir wollen nach Tierradentro zum UNESCO Weltnaturerbe. Dort campen wir gleich neben dem Museum und starten am nächsten Morgen die Wanderung zu den unterirdischen Grabanlagen. 25.000 Pesos (ca. 7,50 EUR) kostet das Ticket, welches zwei Tage gültig ist. Wir starten die Wanderung zur ersten Ansammlung von Grabkammern unserer Wahl „Alto de Segovia“. Der Pfad ist ein schöner neuer gepflasterter Weg, und immer wieder laden Sitzbänke mit schönen Ausblicken zum Rasten ein. Auf einem Hügel gelegen findet sich die erste Grabanlage, mit insgesamt 24 Grabkammern, von welchen aktuell 12 für Touristen zugänglich sind. Alle sind etwas unterschiedlich und liegen zwischen 3 und 7 Meter unter der Erde. Ovale Höhlen wurden aus dem Stein geschlagen, manche haben frei stehende Stützen, manche Wandstützen. In einigen finden sich schöne geometrische Malereien in weiß, schwarz und rot, und in anderen finden sich schöne geometrisch gemeißelte Köpfe.

Für uns geht es noch weiter bis nach „El Duende“, wo sich noch weitere Gräber befinden. Zurück im Dorf besuchen wir noch die zwei Museen, welche extra für uns aufgesperrt werden. Im ethnografischen Museum wird das damalige Leben mit liebevollen Nachbauten gezeigt, im anthropologischen Museum finden sich im Gegensatz aktuelle Fundstücke, wie Urnen und Grabbeigaben.

Auf der abwechselnd schlechten Dirt Road mit frischem Asphalt dazwischen fahren wir weiter bis nach Popayan. Wieder sehen wir Frailejones, fahren durch kleine Dörfer und durch schöne Landschaften. In Popayan will das Wetter nicht so ganz mitspielen und somit fahren wir gleich weiter zur Therme „Termales Salinas Naturales“.

Termales Salinas Naturales

Die Thermen sind wirklich ein Erlebnis, sehr simpel und einfach gehalten. Wir sind die einzigen Besucher und zuerst geht es für uns in ein Schlamm Becken, wo wir uns großzügig mit dem heilenden Schlamm einschmieren. Der nächste Step ist ein eiskalter Wasserfall. Steffi wagt sich langsam Schritt für Schritt in das eisige Nass, doch Daniel ist verschwunden. Er hat gleich wieder umgedreht, denn es war ihm zu kalt und erst nach einigen Anläufen schafft er es ins Wasser, um sich den Schlamm wieder abzuwaschen. Weiter geht es in ein kleines warmes Becken in dem wir uns eine Viertel Stunde von dem eiskalten Wasserfall erholen. Highlight ist definitiv die einfache Sauna, welche aus ein paar Plastik Planen besteht, die warme Quelle, die direkt darunter verläuft erhitzt die kleine Sauna und die Eukalyptusblätter verströmen einen guten Duft. Zum Anschluss geht es in einen riesigen heißen Pool, in dem wir noch mal richtig entspannen, bevor es auf die Weiterfahrt geht.

San Agustín und seine archäologischen Funde

Auf dem Highway 20 geht es für einige Stunden auf schlechter Straße bis nach San Agustín. Wellblechpiste und Schlaglöcher und zwischendurch Asphalt wechseln sich für viele Kilometer ab. Wir statten noch kurz den Stromschnellen des Rio Magdalena einen Besuch ab. Dieser Fluss durchquert Kolumbien von Süd nach Nord über 1.500 Kilometer und muss hier in der Nähe von San Agustin durch eine nur 2,5 Meter breite Stelle im Stein durch. Bei unserem Besuch sieht das ganze aber nicht ganz so spektakulär aus. Nach starkem Regen sieht das bestimmt anders aus.

Warum wir nach San Agustín gekommen sind hat aber einen ganz anderen Grund, denn hier befinden sich die Skulpturen der San-Agustín-Kultur. Über 2.000 Jahre alt sind die Statuen dieses UNESCO Weltkulturerbes und beeindruckend ist, dass über die Kultur die dahinter steckt selbst heute noch kaum etwas bekannt ist.

Einen halben Tag schlendern wir durch das Gelände, durch den Statuenwald, zu den Begräbnishügeln und den komplexen Wasserkanälen bevor wir zuletzt noch das Museum besuchen.

Trampolin de la muerte

Nach den San Agustin Statuen geht es zu einem der Highlights in Kolumbien, auf welches wir uns schon lange freuen. Den Trampolin de la muerte (Trampolin des Todes), eine enge Straße durch den Dschungel, fast ausschließlich einspurig mit beeindruckenden Ausblicken – die kolumbianische Version der berühmten Death Road in Bolivien. Wir bleiben noch eine Nacht in Mocoa, um uns auf der Strecke ausgiebig Zeit lassen zu können.

Die Strecke ist wunderschön und in einem überraschend gutem Zustand. Einige der Passagen sind in den Stein gehauen, es gibt fast immer genügend Ausweichmöglichkeiten für entgegen kommenden Verkehr, und sogar die eine oder andere größere Parkbucht, um auch in Ruhe Pause machen zu können ohne im Weg zu stehen.

Egal wohin man sieht, findet sich saftiges grün, und auch den Einen oder anderen Wasserfall sehen wir aus der Nähe sowie auf der anderen Seite des Tals. Öfter befinden sich Arbeiter auf der Straße, die fleißig Schlaglöcher füllen, oder Steine und Geröll von der Fahrbahn entfernen. Nach langsamen vier Stunden landen wir wieder auf einer asphaltierten zweispurigen Straße. In Sibundoy kaufen wir uns zur Stärkung ein paar Empanadas. Doch beim Weiterfahren merkt Daniel plötzlich, dass sich das Kupplungspedal anders anfühlt, nach jedem erneuten Mal treten wird es schlechter. Und während wir durch das verschlafene Dorf fahren suchen wir nach einer Tankstelle oder guten Möglichkeit um zu halten. Wir finden eine Tankstelle und mit unserem Reparaturhandbuch macht sich Daniel auf die Suche für eine mögliche Ursache. Schnell wird er fündig, unser Kupplungsgeberzylinder leckt und die Kupplungsflüssigkeit ist komplett leer.  Auf die Empfehlung des Tankwarts machen wir uns auf den Weg zum einzigen Mechaniker im Dorf, nur im zweiten Gang und ohne zu schalten fahren wir den Kilometer zu ihm. Kaum haben wir das Auto abgestellt lässt sich das Pedal nicht mehr treten und wir kommen nicht mal mehr auf die „Hebebühne“.

Schnell baut der Mechaniker Domingo den Zylinder aus, und ist wenige Minuten später mit dem Moped unterwegs ins Dorf. Die Dichtung ist durch, und das komplette Teil muss ersetzt werden. Fünf Minuten später ist Domingo wieder zurück und wir staunen nicht schlecht, dass er in diesem winzigen Ort ein Ersatzteil für uns gefunden hat. Zum Glück sind Toyota in Kolumbien noch immer weit verbreitet. Der Einbau dauert auch nicht lang, die Flüssigkeit wird noch schnell aufgefüllt und nur 45 Minuten nach unserer Panne und insgesamt 10 USD (Arbeitszeit und Ersatzteil!) ärmer sind wir schon wieder unterwegs. Ein paar Tage später kaufen wir vorsichtshalber das selbe Ersatzteil nochmal in Original Qualität bei Toyota, als auch einen Kupplungsnehmerzylinder (in Reserve) und etwas DOT4 Flüssigkeit.

Laguna de la Cocha

Die Laguna de la Cocha soll einer unserer letzten Orte von Kolumbien sein. Hier campen wir am schön gelegenen Restaurant Jardin El Lago und freuen uns schon auf die köstliche Forelle, die es hier geben soll. Nach einem Essen im Restaurant darf hier gleich gratis gecampt werden. Um 18:00 Uhr sollen wir im Restaurant sein, denn um 19:00 Uhr wird schon zugesperrt. Kein Problem für uns und nach etwas Entspannen sind wir pünktlich im Restaurant, doch sind wir hier wie es scheint alleine. Die nette ältere Dame ist weit und breit nicht in Sicht. So gegen 19:00 Uhr kommt sie vorbei, nimmt unsere Bestellung auf, und während es langsam Dunkel wird und plötzlich Stromausfall herrscht, hören wir sie in der Küchen werkeln. Nach einer weiteren Stunde warten ist es endlich so weit und wir bekommen bei Kerzenschein unsere Forelle mit Knoblauch serviert. Lecker ist es, und inklusive Suppe, Saft und einer kleinen Nachspeise zahlen wir 10.000 COP (3 EUR) pro Person.

Am nächsten Morgen erkunden wir den verschlafenen Ort El Puerto am See Laguna de la Cocha. Plötzlich sehen die Häuser hier aus wie teilweise in den Alpen, mit liebevoll dekorierten Balkonen und Fassaden. Ein Restaurant reiht sich hier ans nächste, doch irgendwie hat bei uns alles geschlossen.

Las Lajas

Kurz vor der Grenze nach Ecuador steht noch ein Besuch der beeindruckenden neogotischen Kirche in Las Lajas an. Das Auto lassen wir am großen Parkplatz stehen, wo wir auch gleich übernachten können und fahren mit der Gondel runter zur Kirche, welche an einem beeindruckendem Orte erbaut wurde. Mitten in einer Schlucht über einem tosenden Fluss.

 

Grenze nach Ecuador

Aufgrund der schlimmen politischen und sicherheitsrelevanten Situation in Venezuela fliehen zur Zeit täglich Tausende Venezuelaner aus dem Land. Größtenteils über Kolumbien und Ecuador nach Peru. Somit ist auch die Grenze von Kolumbien nach Ecuador überlaufen und wir haben von anderen Reisenden von Wartezeiten bis zu 10 Stunden gehört. Um dies zu vermeiden stehen wir am letzten Tag sehr früh auf und sind bereits um 4:30 an der Grenze. Wir haben Glück, die Schlange ist noch relativ kurz, und so sind wir nach ca. 2,5 Stunden in Ecuador.

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  • thomas sagt:

    Wieder ein total interessanter Bericht und die Fotos sind wie immer super. Die Kirche in Las Lajas ist beeindruckend und könnte irgendwo in Europa stehen.

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